Cappuccino: Espresso trifft Milchkunst
Der Cappuccino ist eines der beliebtesten Kaffeegetränke der Welt — und gleichzeitig eines der am häufigsten falsch zubereiteten. In seiner klassischen Form besteht er aus drei gleichen Teilen: Espresso, heiße Milch und Milchschaum.
Der klassische Cappuccino
- Espresso: Ein einfacher oder doppelter Shot (25–30 ml bzw. 50–60 ml)
- Milch: Ca. 120–150 ml, geschäumt auf 60–65 °C
- Tasse: Traditionell eine dickwandige, vorgewärmte 150–180 ml Keramiktasse
Das Geheimnis: Mikroschaumm
Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Cappuccino liegt im Milchschaum. Perfekter Mikroschaum (auch Microfoam) hat folgende Eigenschaften:
- Samtweich und glänzend — keine großen Blasen
- Fließfähig — lässt sich gießen wie flüssige Farbe
- Temperatur: 60–65 °C — darüber wird die Milch zu süßlich und verliert ihre Textur
- Integriert: Milch und Schaum bilden eine Einheit, keine separate Schaumhaube
Cappuccino vs. Latte vs. Flat White
Die drei Getränke verwenden dieselben Zutaten, unterscheiden sich aber in den Proportionen:
- Cappuccino: 1/3 Espresso, 1/3 Milch, 1/3 Schaum — stärkstes Kaffeearoma
- Latte (Macchiato): Viel mehr Milch, weniger Schaum — milder, milchiger
- Flat White: Doppelter Espresso + Milch mit sehr feinem Mikroschaum — intensiv aber samtig
Wann trinkt man Cappuccino?
In Italien gibt es eine eherne Regel: Cappuccino nur morgens, nie nach dem Essen. Die Milch gilt als zu schwer für nach einer Mahlzeit. Außerhalb Italiens wird der Cappuccino natürlich zu jeder Tageszeit genossen — und das ist auch völlig in Ordnung.
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