Die Kaffeekirsche — mehr als nur eine Bohne
Was wir als Kaffeebohne kennen, ist eigentlich der Samen einer Frucht — der Kaffeekirsche. Die Kaffeepflanze (Coffea) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum, der je nach Art und Anbaubedingungen 2 bis 5 Meter hoch wird. Nach der Blüte, die intensiv nach Jasmin duftet, dauert es 6 bis 11 Monate, bis die Kirschen reif sind.
Aufbau der Kaffeekirsche
Eine Kaffeekirsche besteht aus mehreren Schichten:
- Exokarp (Haut): Die äußere Schale, die sich bei Reife von Grün über Gelb nach Rot (oder bei manchen Varietäten Gelb) färbt
- Mesokarp (Fruchtfleisch/Mucilage): Eine süße, klebrige Schicht, die den Samen umgibt
- Pergamenthaut (Endokarp): Eine papierartige Schutzschicht direkt um die Bohne
- Silberhäutchen: Eine dünne, silbrige Membran auf der Bohne
- Samen: Die eigentliche Kaffeebohne — normalerweise zwei flache Samen pro Kirsche
Peaberry — die Ausnahme
In etwa 5–10 % der Kirschen entwickelt sich nur ein einziger, runder Samen statt der üblichen zwei. Diese Bohne wird Peaberry (Perlbohne) genannt. Viele Kaffeekenner schätzen Peaberries für ihren konzentrierteren, intensiveren Geschmack.
Von der Ernte zur grünen Bohne
Nach der Ernte müssen die Kirschen aufbereitet werden — das heißt, die Fruchtschichten werden entfernt, um an die grüne Bohne zu gelangen. Die Art der Aufbereitung (Natural, Washed, Honey) hat enormen Einfluss auf den späteren Geschmack. Anschließend werden die Bohnen getrocknet, sortiert und als Rohkaffee (Green Coffee) exportiert.
Erst beim Rösten in der Rösterei entfalten die grünen Bohnen dann ihre über 800 Aromastoffe — und werden zu dem Kaffee, den wir kennen und lieben.
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