Kaffeevarietäten: Die Rebsorten des Kaffees
Innerhalb der Arabica-Art gibt es unzählige Varietäten (Sorten) — vergleichbar mit Rebsorten beim Wein. Jede Varietät bringt eigene Geschmackseigenschaften, Anbauanforderungen und Resistenzen mit. Die Wahl der Varietät beeinflusst den Geschmack mindestens so stark wie die Aufbereitung oder Röstung.
Die Klassiker
Typica
Die Ursorte, von der fast alle anderen Arabica-Varietäten abstammen. Typica liefert eine saubere, süße Tasse mit eleganter Säure, ist aber anfällig für Krankheiten und hat niedrige Erträge. Ursprünglich aus Äthiopien, heute weltweit verbreitet.
Bourbon
Eine natürliche Mutation von Typica, entstanden auf der Insel Bourbon (heute La Réunion). Bourbon-Kaffees sind bekannt für ihre süße, karamellige und nussige Tasse. Es gibt rote und gelbe Bourbon-Varianten, wobei Yellow Bourbon besonders süß ist.
Caturra
Eine natürliche Mutation von Bourbon, entdeckt in Brasilien. Kompakterer Wuchs, höherer Ertrag, ähnlich gute Tassenqualität. Weit verbreitet in Mittel- und Südamerika.
Die Exklusiven
Geisha / Gesha
Die berühmteste und teuerste Kaffeevarietät der Welt. Ursprünglich aus der Stadt Gesha in Äthiopien, wurde sie in Panama wiederentdeckt und sorgt seit 2004 für Furore. Geschmack: extrem floral, jasminähnlich, bergamotteartig, zitrusfrisch. Preise von 100–1.000+ USD/kg sind keine Seltenheit.
SL28 und SL34
In Kenia von Scott Laboratories (SL) entwickelte Varietäten. SL28 ist berühmt für seine intensive Säure, Johannisbeer-Noten und tiefe Süße. Einer der besten Kaffees der Welt — aber sehr krankheitsanfällig.
Die Resistenten
Catimor / Sarchimor
Kreuzungen aus Timor-Hybrid (natürliche Arabica-Robusta-Kreuzung) und Caturra/Villa Sarchi. Hochresistent gegen Kaffeerost, aber oft mit weniger komplexem Geschmack. Moderne Züchtungen verbessern die Tassenqualität stetig.
Castillo
Kolumbiens Antwort auf den Kaffeerost — eine widerstandsfähige Varietät mit überraschend guter Tassenqualität. In Kolumbien inzwischen weit verbreitet.
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