Washed Processing — Klarheit in der Tasse
Die Washed (oder Wet Process) Aufbereitung ist die weltweit verbreitetste Methode für Specialty Coffee. Dabei wird das Fruchtfleisch vor der Trocknung entfernt, sodass die Bohne ihren eigenen, reinen Charakter zeigt — ohne den starken Fruchteinfluss der Natural-Methode.
Der Prozess im Detail
- Ernte: Selektive Handlese reifer Kirschen
- Entpulpen: Eine Maschine (Depulper) entfernt die Schale und das meiste Fruchtfleisch
- Fermentation: Die Bohnen kommen in Fermentationstanks (12–72 Stunden), wo Mikroorganismen die verbleibende Mucilage abbauen
- Waschen: Die fermentierten Bohnen werden gründlich mit Wasser gewaschen, um alle Fruchtfleischreste zu entfernen
- Trocknung: Auf Trocknungsbetten oder maschinell, bis ca. 11 % Restfeuchte erreicht ist
Geschmacksprofil
Washed-Kaffees sind das Gegenstück zu Naturals. Sie zeichnen sich aus durch:
- Klarheit und Sauberkeit im Geschmack — man schmeckt die Bohne, nicht die Frucht
- Lebendige, definierte Säure
- Filigrane Aromen — floral, zitrusartig, teeig
- Leichterer bis mittlerer Körper
Wasserverbrauch und Nachhaltigkeit
Der größte Kritikpunkt am Washed Processing ist der hohe Wasserverbrauch. Pro Kilogramm Rohkaffee werden bis zu 150 Liter Wasser benötigt. Zudem muss das Abwasser behandelt werden, da es durch die Fermentation organisch belastet ist. Moderne Washing Stations arbeiten daher zunehmend mit geschlossenen Wasserkreisläufen.
Verbreitung
Washed Processing dominiert in Mittelamerika, Kolumbien, Kenia und Teilen Äthiopiens. Es ist die bevorzugte Methode, wenn ein besonders klares, terroir-betontes Tassenprofil gewünscht ist.
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