Wie Kaffee gehandelt wird
Der Weg vom Kaffeebauern bis in die Tasse ist lang — und traditionell stehen viele Zwischenhändler dazwischen. Direct Trade und Fair Trade sind zwei Ansätze, den Handel gerechter und transparenter zu gestalten.
Fair Trade
Fair Trade ist ein zertifiziertes System mit festen Regeln:
- Garantierter Mindestpreis (aktuell 1,40 USD/lb für Arabica, plus 0,30 USD Bio-Aufschlag)
- Fair-Trade-Prämie (0,20 USD/lb) für Gemeinschaftsprojekte
- Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit
- Umweltstandards und nachhaltige Anbaupraktiken
Kritik an Fair Trade: Der Mindestpreis liegt oft unter dem aktuellen Marktpreis für Specialty Coffee. Die Zertifizierungskosten sind für kleine Farmer hoch. Und das Siegel sagt wenig über die tatsächliche Kaffeequalität aus.
Direct Trade
Direct Trade bedeutet, dass Röster direkt bei den Farmern einkaufen — ohne Zwischenhändler und ohne standardisiertes Siegel. Die Beziehung basiert auf:
- Persönlichem Kontakt: Röster besuchen die Farmen und kennen die Produzenten
- Transparente Preise: Oft deutlich über Fair-Trade-Niveau (2–5x Börsenpreis)
- Qualitätsfokus: Höhere Preise nur für höhere Qualität
- Langfristige Partnerschaften: Stabilität für beide Seiten
Was ist besser?
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Fair Trade bietet ein Sicherheitsnetz für Farmer im Commodity-Markt. Direct Trade ermöglicht höhere Preise und bessere Qualität, setzt aber voraus, dass Röster die Ressourcen für direkte Beziehungen haben. Viele Specialty-Röstereien — auch die Röstschmiede — setzen auf langfristige, direkte Partnerschaften mit Farmern und Kooperativen.
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