Specialty Coffee: Kaffee als Genussmittel
Der Begriff Specialty Coffee steht für Kaffee, der auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette — vom Anbau über die Aufbereitung und Röstung bis zur Zubereitung — höchsten Qualitätsstandards entspricht. Formell definiert die Specialty Coffee Association (SCA) einen Kaffee als Specialty, wenn er beim professionellen Cupping mindestens 80 von 100 Punkten erreicht.
Die SCA-Bewertung
Beim Cupping (der standardisierten Kaffeeverkostung) bewerten zertifizierte Q-Grader den Kaffee nach folgenden Kriterien:
- Aroma — Geruch des trockenen und nassen Kaffeemehls
- Geschmack (Flavor) — Aromen auf der Zunge
- Nachgeschmack (Aftertaste) — Wie lange und angenehm der Geschmack nachklingt
- Säure (Acidity) — Lebendigkeit und Qualität der Säure
- Körper (Body) — Mundgefühl und Gewicht
- Balance — Harmonie aller Komponenten
- Gleichmäßigkeit, Sauberkeit, Süße
Was unterscheidet Specialty von Commodity Coffee?
Commodity Coffee (Massenkaffee) wird an der Börse gehandelt, oft als Blend verschiedener Herkunftsländer und Qualitäten. Preis steht im Vordergrund. Specialty Coffee dagegen ist rückverfolgbar bis zur Farm, wird selektiv geerntet, sorgfältig aufbereitet und handwerklich geröstet.
- Transparenz: Herkunftsland, Region, Farm, Varietät und Aufbereitung sind bekannt
- Faire Bezahlung: Farmer erhalten deutlich mehr als den Börsenpreis
- Frische: Specialty Coffee wird frisch geröstet und zeitnah verbraucht
- Handwerk: Jede Bohne wird individuell geröstet, nicht industriell in Sekunden
Third Wave Coffee
Specialty Coffee ist Teil der sogenannten Third Wave — der dritten Welle der Kaffeekultur. Die erste Welle war die Massenverbreitung von Kaffee, die zweite die Café-Kultur (Starbucks & Co.), und die dritte behandelt Kaffee als handwerkliches Genussprodukt — vergleichbar mit Wein oder Craft Beer.
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